Ich hab mich verliebt. In eine Stadt.

Und die Erde dreht sich weiter.

Es kann sich alles ändern. Innerhalb von Sekunden. Sekundenbruchteilen. Wir denken immer, alles wäre für immer. Nehmen Dinge viel zu schnell als selbstverständlich. Nehmen Menschen als selbstverständlich.

Rückblick

Wer friert uns diesen Moment ein
Besser kann es nicht sein
Denkt an die Tage, die hinter uns liegen
Wie lang wir Freude und Tränen schon teilen
Hier geht jeder für jeden durchs Feuer
Im Regen stehen wir niemals allein
Und solange unsere Herzen uns steuern
Wird das auch immer so sein

Vielleicht beschreibt dieses Lied meine Gedanken zur Zeit sehr gut. Ein Jahr ist es nun her, dass ich umgezogen bin und angefangen habe zu studieren. Wenn ich daran zuück denke, wie ich mich vor einem Jahr gefühlt habe, wie ich voll Ungewissheit und Aufregung in die Zukunft geblickt habe, kann ich jetzt nur lächeln. Ich weiß noch, was für eine Angst ich hatte, keinen Anschluss zu finden. Ich weiß noch, wie unwohl ich mich anfangs an meinem neuen Wohnort gefühlt hab, wie sehr ich meine Heimat vermisst hab. Ich erinnere mich, wie stolz ich auf mich war, also ich am ersten Tag meines Mathevorkurses gleich ein anderes Mädchen kennen gelernt war und alles gar nicht so schlimm war, wie ich es mir vorgestellt hatte. Und jetzt? Jetzt bin ich sehr glücklich dort. Trage meine Heimat immer in meinem Herzen und komme regelmäßig dorthin zurück. Ich habe gelernt, dass das meiste nur so halb so schlimm ist, wie man es sich vorstellt. Ich hab Freunde, die mir sehr ans Herz gewachsen sind und mit denen ich mit Sicherheit noch viele DInge erleben werde. Ich weiß, dass Chemie das Richtige für mich ist. Es macht mir unglaublich viel Spaß im Labor zu stehen, auch wenn es oft mit Anstrengung verbunden ist und nicht immer alles so funktioniert, wie man es sich vorgestellt hat. Und ich blicke nicht mehr voller Ungewissheit in die Zukunft, sondern weiß wieder, was passieren wird. Ich freue mich auf meine Studienzeit mit Menschen, die ich gern hab.

Ein Hoch auf das, was vor uns liegt
Dass es das Beste für uns gibt
Ein Hoch auf das, was uns vereint
Auf diese Zeit

Habe gerade einige Minuten die Krümel auf meinem Schreibtisch angeschaut und überlegt, welches Produkt gerade ausgefallen ist. Das Praktikum macht mich noch kaputt im Kopf.

Ich hab Angst, dass ich das alles nicht schaffe. Dass es einfach zu viel für mich ist.

Ich will dich nicht nur kurz sehen. Ich will dich bei mir haben. Immer. Für immer.

Und wenn ich zurück denke, wie meine Welt noch vor einem Jahr aussah, bin ich immer wieder erstaunt. Es ist gerade einmal ein Jahr her, dass ich mein Abitur gemacht habe und doch kommt es mir so vor, als wäre es viel länger her. Noch vor einem Jahr hatte ich Angst davor, keinen Anschluss im Studium zu finden und jetzt? Jetzt habe ich Menschen gefunden, die mir wirklich wichtig geworden sind und die ein Teil meines Lebens geworden sind. Und ich muss zugeben, an die meisten Menschen aus meiner Jahrgangsstufe habe ich schon lange nicht mehr gedacht. Es hat sich viel verändert in diesem Jahr. Ich habe mich verändert. Und ich bin glücklich, wie es ist.

Wie beschreibt man Momente, die so unbeschreiblich sind, dass einem die Worte fehlen?

Ein Hoch auf uns!